PEEK ist ein teilkristalliner Hochtemperatur-Thermoplast: dauerhaft belastbar im Bereich um 250 °C und beständig gegen die meisten Säuren, Laugen und Lösungsmittel. Gedruckt wird in 1,75 mm auf Maschinen mit 400-°C-Hotend und aktiv beheizter Kammer. Die Sorten trennen sich nach Carbonfaseranteil.
Was die Maschine leisten muss
Ein Ganzmetall-Hotend bis 400 °C ist die Untergrenze. Dazu kommt ein Bett jenseits von 120 °C und eine aktiv beheizte Kammer im dreistelligen Temperaturbereich. Ein bloß eingehaustes Gerät ohne Kammerheizung reicht nicht: Die Schicht kühlt zu schnell unter den Glasübergang ab, das Teil delaminiert oder löst sich vom Bett.
Ungefüllt oder carbonverstärkt
Ungefülltes PEEK behält die volle Bruchdehnung und die chemische Beständigkeit. Carbongefüllte Typen mit CF10 oder CF20 im Namen verziehen weniger, sind steifer und maßhaltiger, geben dafür Zähigkeit ab. Die Fasern schleifen eine Messingdüse innerhalb kurzer Zeit auf: Gehärteter Stahl, Rubin oder Wolframcarbid sind hier keine Option, sondern Voraussetzung.
Trocknen vor jedem Druck
PEEK zieht Feuchtigkeit. Feuchtes Material schäumt in der Schmelze und ergibt poröse, milchige Schichten mit stark reduzierter Festigkeit. Getrocknet wird mehrere Stunden bei Temperaturen um 120 °C, deutlich über dem, was ein Standard-Filamenttrockner schafft.
Tempern nach dem Druck
Ein Ofengang erhöht den kristallinen Anteil und damit Steifigkeit und Temperaturbeständigkeit. Ungetempert bleibt ein Teil weit unter dem, was der Werkstoff kann.