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Die ersten Schritte in die additive Fertigung - 3ddruckboss

Die ersten Schritte in die additive Fertigung

Es gibt eine Frage die sich viele stellen, die mit dem Thema 3D-Druck noch nie in Berührung kamen.

3DDruckBoss hilft dir die ersten Schritte und Hürden in der additiven Fertigung zu meistern und bewahrt dich davor Leergeld zu bezahlen.

 

Was ist 3D Druck?

3D Druck ist ein Überbegriff der sich in viele verschiedene Richtungen verzweigt. Wir haben uns hier mal auf die zwei gängigsten Verfahren beschränkt und wollen diese etwas erläutern:

 

  • SLA = Stereolithographie
  • FDM = Fused deposition modeling

 

SLA Stereolithographie

 3D Drucker die mit diesem Verfahren arbeiten, sind hervorragend dafür geeignet Detailreiche Objekte herzustellen. Jedoch musst du wissen, das du für dieses Herstellungsverfahren auch gewisse Vorkehrungen treffen musst, und noch ein paar andere Dinge benötigst, außer den 3D Drucker.

 

 

Hier ist eine kurze Checkliste, was du zu einem SLA-Drucker benötigst:

 

  • 3D-Drucker
  • Wash & Cure (Auswasch-/ und Härtestation)
  • Resin (Harzgemisch mit 405nm)
  • Handschuhe (Nitril-Einweghandschuhe)
  • Maske (3M-Halbmaske mit Filtereinlagen)
  • Isopropanol (99,9%)
  • Kunsstoffspachtel
  • Küchenrolle
  • FEP-Folie (die erste ist bei jedem neuen Druckerkauf schon fest installiert)
  • Slicer (Programm um die Dateien Druckbereit zu machen)
  • STL-Datei
  • USB-Stick (meistens auch schon beim kauf eines neuen Druckers dabei)

 

Hier gehen wir nochmal näher auf die einzelnen Stichpunkte ein:

 

Welchen SLA 3D-Drucker?

Marken wie Elegoo und Anycubic sind wirklich perfekt für den Einstieg, wenn man bedenkt, dass auch viele Selbstständige mit diesen 3D-Druckern in Serie produzieren - auch wir!

Bei der Qualität die da rauskommt, bleibt uns selbst heute noch manchmal der Atem stehen.

Elegoo Mars 2 Pro bietet sich hier für jeden Einsteiger an und ist sehr Benutzerfreundlich.

 

Welche Wash & Cure?

 Wash & Cure ist ein zwei in eins Gerät und unserer Meinung nach jeden Cent Wert! Damit lassen sich deine fertigen Drucke auswaschen und nach ein paar Handgriffen härten.

 

Vorzugsweise würden wir dir anbieten die Wash & Cure von der selben Marke zu beziehen, wie dein Drucker, für den du dich entschieden hast, einfach aus dem Grund, weil viele Adaptermöglichkeiten von den Herstellern extra so konzipiert wurden, damit du eine vereinfachte Handhabung bei der Benutzung hast.

Das Gerät erspart dir viel Sauerei und kann durch die mitgelieferte Haube geschlossen werden und ist damit während der Reinigung weniger schädlich für dich. Und damit kommen wir auch gleich zum nächsten wichtigen Punkt, den viele nicht so Ernst nehmen.

 

Gefahrstoffe SLA-Druck

Isopropanol (IPA) und Resin sind nicht zu unterschätzen und jeder sollte sich über alle Risiken genauestens informieren um sich bei bei der Arbeit mit diesem Verfahren richtig zu schützen.

Das wohl wichtigste sind Einweghandschuhe, und eine gute Maske mit Filtereinsätzen. Resin ist erst im ausgehärteten Zustand ungiftig und sogar Lebensmittelecht. Doch vor dem Aushärten solltest du damit im besten Fall nicht in Berührung kommen, denn selbst die entstehenden Dämpfe sind zwar eher Geruchsneutral doch trotzdem giftig.

Das selbe gilt auch für das Isopropanol. Es gibt ein sogenanntes Waterwashable Resin, dass sich mit Wasser abwaschen lässt, somit kannst du auch auf Isopropanol verzichten und schützt dich damit natürlich noch mehr. Wir haben nur leider die Erfahrung gemacht, dass sich Wasserwaschbares Resin nicht für die Serienproduktion eignet, da wir den äußersten Film nicht vollständig ab bekommen. Doch es gibt genug Leute die damit vollständig zufrieden sind.

 

Sonstiges Zubehör für SLA-Drucker

Um die fertigen Objekte von deiner Bauplatte zu bekommen empfehlen wir dir einen Kunsstoffspachtel. Das hat den Hintergrund das man damit die Plattform so wenig wie nur möglich beschädigt und mit ein bisschen Geschick, bekommst du die Drucke damit sauber entfernt. Kleiner Tipp, lege dir eine Tupperdose bereit, die du mit Küchenrollen auslegst, dort kann der Druck dann behutsam reinfallen.

 

FEP-Folie tauschen

Dein neuer 3D Drucker wird dir im Normalfall schon ready to print geliefert, doch nach einigen Druckstunden wirst du nicht drumherum kommen die FEP-Folie zu tauschen. Eine beschädigte FEP-Folie erkennst du daran dass du entweder fehlerhafte Drucke hast, oder wenn du sie dir genauer ansiehst, kannst du erkennen das Stellenweise die Folie verzogen oder beschädigt ist. Beim tausch sollte der Tank/Behälter vollständig von Resin befreit sein. Danach löst du alle kleinen Schrauben auf der Rückseite und nimmst den Rahmen raus, der die Folie klemmt. Danach empfehlen wir dir alle Komponente noch gründlich zu reinigen. Jetzt kannst du die neue FEP-Folie in die Form legen, aber Achtung - die meisten FEP-Folien haben beidseitig nochmal eine Schutzfolie, die vor dem Montieren entfernt werden muss, außerdem solltest du genau darauf achten wo oben und unten ist, dass entnimmst du am besten aus der mitgelieferten Bedienungsanleitung.

 

Was ist slicen?

Slicer Programme wie Chitubox oder Lychee Slicer sind speziell für SLA-Drucker gemacht. Beide Programme sind kostenlos, und reichen vollkommen aus um perfekte Ergebnisse zu erzielen. Wir arbeiten mit Chitubox und erklären dir hier in kurzen Steps wie du eine Datei Druckfertig bekommst.

Hier kannst du dir den Slicer downloaden:

CHITUBOX Download

Wenn dass erledigt ist gehst du einmal durch die Tutorialschritte und pflegst deinen Drucker ein. Falls für deinen Drucker noch kein fertiges Profil existiert, kannst du uns gerne kontaktieren und wir finden gemeinsam die richtigen Einstellungen.

 

Nun benötigst du noch eine Datei, hier empfehlen wir dir mal Thingiverse, cults3d oder yeggi durchzustöbern.

Wenn du etwas passables gefunden hast, ladest du die STL-Datei runter und öffnest diese im Slicer. Du kannst das Objekt jetzt im Bauraum skalieren, drehen und verschieben. Um einen hervorragenden Druck zu garantieren, solltest du die Datei am besten um 45 Grad schwenken, so werden deine Layer perfekt und gleichmäßig gedruckt und der automatische Support wird das Teil gut stützen.

Um den automatischen Support zu aktivieren wechselst du den Reiter auf der rechten Seite, oben. Dort kannst du nun wählen wie Stark dein Autosupport sein soll. Leicht würden wir dir für eher kleine Drucke empfehlen, da die Gefahr besteht, dass sich das Objekt während dem Druck löst. Wir arbeiten in 90% der Fälle mit der Mittleren Supportstärke und bei äußerst großen Objekten fügen wir noch hin und wieder mal starke stützen hinzu. Sobald du dich für eine Supportstärke entschieden hast drückst du unten auf „Alle“ und dein Automatischer Support wird gesetzt. Im ersten Moment sieht es etwas wirr aus, aber das muss so!

Nun kannst du den Reiter wieder wechseln und auf „Schreiben“ bzw. „Slicen“ klicken. Jetzt ab auf den USB Stick und es kann los gehen. Ab jetzt heißt es warten.

 

Welchen FDM 3D Drucker?

Hier bietet der Markt eine riesengroße Auswahl, der in erster Linie überwältigend ist. Doch man kann durchaus sagen welche 3D-Drucker für den Einstieg hervorragend sind. Denn da wo eine Community dahinter steht, kann man sich wirklich vieles vereinfachen, da viele Fragen von dir kommen werden, wenn du das Gerät zu Hause hast. Die ein oder anderen Probleme können schon auftreten, da brauchen wir nichts schön reden.

Marken wie Anycubic, Creality oder Elegoo haben eine große Community in Netzwerken wie Facebook. Dort kannst du explizit nach genau dem Drucker Suchen, für den du dich entschieden hast und den Gruppen beitreten. Das gute dabei ist, wenn du eine Frage hast, kannst du sie dort stellen und im besten Fall bekommst du sofort eine Antwort. Besser als jedes Supportticket! Außerdem kannst du auch gerne unserem Telegramkanal beitreten, dort sind ebenfalls viele kluge Köpfe vertreten und können dir eventuell sofort helfen.

 

Welcher Slicer?

Programme wie Prusaslicer, IdeaMaker, Cura oder Simplify3d haben sich gut im Bereich FDM bewert und werden auch von uns benutzt. Primär arbeiten wir mit IdeaMaker und können dir hier auch ein unbezahlte Empfehlung aussprechen. Die meisten Slicer sind kostenlos, oder in abgespeckten Format ebenfalls for free und vollkommen ausreichend.

 

Supports richtig setzen

Die Schritte von der Inbetriebnahme bis hin zum fertigen Objekt sind beim FDM-Druck etwas einfacher und mit durchaus weniger Gefahrstoffen verbunden wie beim SLA-Druck, weshalb FDM-Druck definitiv beliebter und weiter verbreitet ist.

Hier musst du lediglich wissen wie du das Objekt in den Bauraum legen musst um im besten Fall Supportstruktur vermeiden zu können.

Wir haben dir einen kleinen Tipp, wie du dir dass Ganze gut Vorstellen kannst:

Denk dir einfach das du mit einer Heißklebepistole versuchst dein Objekt von unten nach oben aufzubauen, und dass in möglichst einem Zug, und überall wo ein Überhang ist, kannst du logischer Weise nicht in der Luft weiter verfahren und bräuchtest in diesem Bereich theoretisch eine Stützstruktur damit du den Bereich überbrücken kannst.

Dieser Tipp dient nur der visuellen Darstellung. Im Normalfall erledigt das alles dein Slicer automatisch.

Mit guten Einstellungen kann dein Drucker aber auch größere Distanzen in der Luft überbrücken, das sollte man jedoch zum Beispiel mit einem Temptower oder anderen Test-STL Dateien richtig einstellen.

 

Was benötigt man sonnst noch für den FDM Druck?

Generell nur den 3D-Drucker, einen PC/Laptop und eine menge Phantasie! Denn nun ist alles möglich! Das ist nicht nur so dahin gesagt… desto tiefer du in die Welt der additiven Fertigung einsteigst, desto mehr wirst du selber merken, das es absolut keine Grenzen gibt. Du kannst mit verschiedenen Programmen auch selber konstruieren und deine Modelle selber erstellen und ausdrucken. Für Programme wie Autodesk Fusion 360 oder Thinkercad gibt es jede Menge Tutorialvideos für Anfänger.

 

Hier noch eine kurze Checkliste was für den FDM Druck benötigt wird:

 

  • 3D-Drucker
  • PC/Laptop
  • USB-Stick (oder Cloudbasierter 3D-Drucker)
  • STL Datei
  • Slicersoftware
  • Spachtel
  • Pinzette
  • Seitenschneider

 

Wie du siehst, sind es deutlich weniger Vorkehrungen wie beim SLA-Druck die du treffen musst.

 

Probleme FDM-Druck

Ein kurzer Überblick für verschiedene Fehlerursachen die im Bereich FDM Druck durchaus gängig sind. Wir gehen in einem anderen Blog-Beitrag nochmal näher und mit Bildern auf diese Ursachen ein und werden ausführlich erklären wie man dagegen vorgeht:

 

  • Unterextrusion
  • Überextrusion
  • Bumps / Blobs / Zits (Pickel)
  • Stützen / Support
  • Stringing
  • Ghosting
  • Haftung
  • Elefantenfuß
  • Versatz /Stufen
  • Infill

 

Diese Begriffe haben wir nur aufgeschrieben, dass du sie schonmal gehört hast. ;-)

Hoffentlich konnten wir dir ein wenig weiterhelfen und Bedanken uns für das lesen dieses Beitrags!

 

Wenn du irgendwelche Fragen/Verbesserungsvorschäge oder sonstige Anliegen hast, dann melde dich einfach bei uns! Wir stehen dir immer mit Rat und Tat zur Seite.

 

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